MITTEILUNG DER SCHILLER-VHS

vom 28.07.2020

Jubiläum: 15 Jahre Integrationskurse und 65 Jahre Integration

Die Integrationskurse feiern in diesem Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum. Die Volkshochschulen als der mit Abstand größte Integrationskursträger im Land haben den entscheidenden Beitrag zum Erfolg der Kurse geleistet. Der Erfolg und die Verbreitung der Integrationskurse führten aber leider gleichzeitig auch dazu, dass die Integrationsarbeit wesentlich auf diesen Bereich beschränkt wird.

Aber nicht bei den Volkshochschulen: Seit über 65 Jahren setzen sie sich für die Förderung des wertschätzenden Dialogs zwischen den Kulturen und Nationen ein. Sie sind Orte der Begegnung und Verständigung, sie begreifen Integration als zweiseitige Bildungsaufgabe – nicht nur die Ankommenden müssen dazulernen, sondern auch die Aufnehmenden. Auf diese Weise fördern sie die Bereitschaft zur Integration, vermitteln die notwendigen Kompetenzen und stärken so das Miteinander in der Gesellschaft.

Selbst in den Zeiten des absoluten Lockdowns sind die Volkshochschulen ihrem Integrationsauftrag treu geblieben, indem sie die Teilnehmenden mit vielfältigen digitalen Lernangeboten unterstützt haben.

Die Schiller-Volkshochschule führt seit 15 Jahren Integrationskurse an mehreren Standorten im Landkreis Ludwigsburg durch. Seit 2005 hat sich das Kursvolumen stetig vergrößert. Neben dem Sprachkurs und dem Orientierungskurs legen die Teilnehmenden bei der vhs auch die Prüfungen „Deutschtest für Zuwanderer“, „Test Leben in Deutschland“ oder den Einbürgerungstest ab. Zusätzliche Projekte wie die „Schulungsreihe für ehrenamtlich Deutschlehrende“ oder die „Rechtsstaatskurse für Geflüchtete“ widmen sich der Integration als beidseitige Aufgabe.

Auch mit dem Semesterschwerpunkt im Herbst-/Wintersemester 2020/2021 wird das Thema Integration in zahlreichen Veranstaltungen und Kursen unter der Leitfrage „Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“ aufgegriffen.

 

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MITTEILUNG DER SCHILLER-VHS

vom 01.07.2020

Neue Leitung der Schiller-vhs

Constanze Weis ist die neue Leiterin der Schiller-Volkshochschule. Zum 1. Juli tritt sie die Nachfolge von Jürgen Schmiedel an. Die 54-Jährige bringt Erfahrung in der vhs-Arbeit mit: Seit 2014 ist sie an der Schiller-vhs als stellvertretende Leitung und als Fachbereichsleiterin tätig. Unterstützt wird Constanze Weis von Charlotte Baumann als Stellvertreterin. Das neue vhs-Leitungsteam freut sich auf die kommenden Aufgaben und auf die Zusammenarbeit.

Sie übernehmen das Steuer der Schiller-vhs in turbulenten Zeiten. Constanze Weis blickt dennoch optimistisch und tatkräftig voraus:

„Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen. Das hat Aristoteles weise formuliert. Wir als Leitung stehen zusammen mit dem ganzen vhs-Team in diesem Jahr vor besonderen Herausforderungen. Dazu gehören Präsenzkurse unter Corona-Bedingungen, laufend neue Regelungen, der Ausbau des digitalen Angebots und die Suche nach passenden Räumen. Davon lassen wir uns aber nicht entmutigen. Wir werden die derzeitigen und die zukünftigen Aufgaben mutig, aufgeschlossen und kreativ anpacken. Dabei können wir uns auf ein starkes Team, tolle Dozenten und Dozentinnen, engagierte örtliche Vertreter und Vertreterinnen, motivierte Kooperationspartner und auf treue Teilnehmer und Teilnehmerinnen verlassen. Dafür sind wir dankbar. Unseren Teilnehmenden werden wir auch unter den Bedingungen zu Corona-Zeiten ein qualitativ hochwertiges Bildungsprogramm bieten und damit der erste Ansprechpartner in Sachen Weiterbildung bleiben.“

 

 

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MITTEILUNG DER SCHILLER-VHS

vom 24.06.2020

Jürgen Schmiedel verabschiedet sich in den Ruhestand

Der Leiter der Schiller-Volkshochschule verlässt nach über 35 Jahren die vhs. Sieben Jahre davon hat er die Volkshochschule für den Landkreis Ludwigsburg geleitet.

Der gebürtige Marbacher ist ursprünglich Lehrer für Mathematik und Sport. Doch als der heute 65-Jährige sein Studium beendete, wurden an den Schulen kaum Lehrer eingestellt. So bewarb er sich bei der Volkshochschule und übernahm hier den Fachbereich Gesundheit sowie Teile der Allgemeinbildung, Fahrten und Führungen. 2001 wurde Jürgen Schmiedel stellvertretender vhs-Leiter und 2013 übernahm er die Führung der Schiller-vhs mit der Verantwortung für rund 34 Mitarbeiter und 700 Dozenten.

Jürgen Schmiedel blickt auf eine bewegte Zeit an der Volkshochschule zurück:

„In ihrer bald 75-Jährigen Geschichte hat die Schiller-vhs als große Landkreis-Volkshochschule immer die Bürgerinnen und Bürger im Blick. Wir haben den Auftrag, ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges Weiterbildungsangebot im Landkreis Ludwigsburg anzubieten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1946 hat sich die Schiller-vhs enorm vergrößert und professionalisiert. Heute betreiben wir 36 Außenstellen im ganzen Landkreis mit etwa 3.400 Veranstaltungen pro Jahr, die von rund 42.000 Teilnehmern besucht werden.

Das wachsende Bildungsangebot und die Digitalisierung erfordern immer wieder neue Arten der Organisation und Verwaltung. Die Aufgabe der Leitung hat sich verändert: Wir müssen wissen, was gefragt ist und am Puls der Zeit bleiben, damit unsere Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich mit der vhs als Ort des lebenslangen Lernens identifizieren.

Die Corona-Krise hat meine letzten Monate an der vhs nochmal zu einer besonders herausfordernden Zeit gemacht. Aktuell können nur etwa 20 Prozent unserer Präsenzveranstaltungen stattfinden. Die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln, das Finden geeigneter Unterrichtsräume und das Verkleinern der Kursgruppen stellen hohe Anforderungen an Flexibilität und kreatives Management.

Ich wünsche meiner Nachfolgerin im Amt, Constanze Weis, viel Kraft und Erfindergeist für diese Aufgaben. Sie und das gesamte Team der Schiller-vhs haben mein vollstes Vertrauen.

Mein herzlicher Dank geht an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Kursleiter und Kursleiterinnen, örtliche Vertreter und Vertreterinnen, an unsere Kooperationspartner in den Städten und Gemeinden, an die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, an die Hausmeister und Hausmeisterinnen, an die Kollegen und Kolleginnen im vhs Verband und natürlich an unsere Teilnehmer und Teilnehmerinnen: Danke für die vergangenen Jahre! Sie machen die Schiller-vhs zu dem, was sie ist. Bitte schenken Sie meiner Nachfolgerin, Constanze Weis, das gleiche Vertrauen und dieselbe Unterstützung wie mir und meinen Vorgängern.

Bleiben Sie gesund und bleiben Sie der Schiller-vhs treu verbunden!“

Ihr Jürgen Schmiedel

 

 

 

 

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PRESSEMITTEILUNG des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

vom 22.04.2020

Krisenzeiten sind Bildungszeiten –

Angebote der Volkshochschulen in der Corona-Krise und für die Zukunft

Die Notwendigkeit, die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, hat unsere individuelle und gesellschaftliche Normalität drastisch verändert: Schulschließungen, Home Office, Intensivierung des familiären Zusammenlebens sind nur drei Stichworte. Unsere generelle Alltagserwartung, die Bedingungen der Gegenwart werden im Großen und Ganzen auch die der Zukunft sein, ist tief erschüttert. Jetzt gilt es, aus diesen großen Veränderungen zu lernen und die gewonnenen Erfahrungen für die Zukunft zu nutzen. Um diese große Aufgabe in der Bevölkerung allgemein zu bearbeiten, werden die Volkshochschulen in und nach der Krise dringend benötigt. Der Volkshochschulverband Baden-Württemberg definiert die Aufgaben der Volkshochschulen vor dem Hintergrund der Corona-Krise und bekräftigt gleichzeitig seine Digitalisierungsoffensive.

Das Positionspapier findet sich unter: https://www.vhs-bw.de/positionspapier-april-2020.pdf,

die Digitalisierungsoffensive unter: https://www.vhs-bw.de/digitalisierungsinitiative-maerz-2020.pdf.

„Krisenzeiten sind bekanntlich Zeiten der Entscheidung. Sie sind aber auch Zeiten des Lernens, des umfänglichen und raschen Umlernens. Insofern gilt: Krisenzeiten sind Bildungszeiten“, erklärt der Direktor des Volkshochschulverbandes, Dr. Hermann Huba.

Die Digitalisierungsoffensive des Volkshochschulverbandes, unter dem Motto „Lieber digital als infiziert!“, befördert mit Nachdruck den raschen Transfer analoger vhs-Veranstaltungen in die digitale Welt. Mit der bundesweiten Lern- und Arbeitsplattform vhs.cloud und dem Digitalen Weiterbildungscampus Baden-Württemberg können die Einrichtungen dabei auf eine geeignete Infrastruktur zurückgreifen. Alle Digitalisierungsbemühungen und Digitalisierungserfolge der Volkshochschulen auf dem Weg zur „analogitalen vhs“ ändern allerdings nichts am Selbstverständnis der Volkshochschule als einem Ort physischer Begegnung und sozialen Lernens.

Die Digitalisierung ist in dieser Zeit der Notwendigkeit sozialer Distanz nämlich nicht nur eine Chance, sondern auch eine Herausforderung. Nicht alle Menschen verfügen über die erforderlichen Kompetenzen und auch nicht unbedingt über die technischen Voraussetzungen bei dem aktuellen Digitalisierungsschub mitzuhalten. Schon dadurch wird die Bildungsspaltung unserer Gesellschaft vertieft. Dem müssen und wollen die Volkshochschulen entschieden entgegenwirken. Denn ihr öffentlicher Auftrag verpflichtet sie dazu, Bildung für die Allgemeinheit, Bildung für alle zu ermöglichen.

Hinzu kommen die inhaltlichen Herausforderungen. Home Office, Kurzarbeit oder gar (drohende) Arbeitslosigkeit stellen Menschen vor Herausforderungen, die auch mit Bildungsangeboten aufgefangen werden können und müssen: von Techniken zur Stressbewältigung über den kreativen Umgang mit Krisen bis zur beruflichen Weiterentwicklung oder Neuorientierung. Viele Kinder und deren Familien bedürfen dringend passgenauer schulergänzender und -begleitender Maßnahmen, um durch die Krise Versäumtes nachholen zu können. Und insgesamt stellt sich die Zukunft nach Corona aufgrund der dann vergangenen gegenwärtigen Erfahrungen neu, und das heißt ungewisser dar:

Wie hat die neue Normalität unseren Alltag und unsere Beziehungen verändert? Haben sich neue Formen der Solidarität entwickelt? Hat sich unsere rechtsstaatliche Demokratie als krisenfest erwiesen? Konnten wir uns in der Krisenkommunikation auf unser kritisches Urteilsvermögen verlassen? Diese und viele weitere grundsätzliche Fragen müssen die Volkshochschulen thematisieren, um sie gemeinsam mit ihren über 2,2 Millionen Teilnehmenden und einem möglichst noch größeren Kreis der Bevölkerung zu diskutieren.

„Das kann aber nur geschehen, wenn die Volkshochschulen die aktuellen Einschränkungen ihres Betriebs zunächst überstehen. Ihre derzeitigen Einnahmeausfälle, einschließlich der ihrer Kursleiter*innen, sind gravierend. Deshalb sind die Kommunen und das Land aufgerufen, sie wirtschaftlich durch Soforthilfen ebenso abzusichern, wie das für Unternehmen der Wirtschaft selbstverständlich ist. Darüber hinaus sind die aktuelle Fortsetzung und der künftige Ausbau insbesondere der institutionellen Förderung durch das Land und die Kommunen unerlässlich. Denn auch die rückblickende Analyse und Interpretation der Krise für die Zukunft ist eine Bildungsaufgabe“, bekräftigt Huba.

In der sog. Flüchtlingskrise ab 2015 haben sich die Volkshochschulen als reaktionsfähige und verlässliche Partnerinnen von Politik und Gesellschaft erwiesen und Integration bis heute sehr zu ihrer Sache gemacht. Sie haben den geflüchteten Menschen durch ihre Integrationskurse und viele weitere Angebote Halt, Orientierung und Perspektive gegeben und die Bevölkerung als aufnehmende Gesellschaft dabei unterstützt, fremde Kulturen schätzen zu lernen. „Deshalb verdienen sie auch jetzt das Vertrauen von Politik und Gesellschaft“, so Huba. 

Zum Volkshochschulverband Baden-Württemberg gehören 168 Volkshochschulen mit über 650 Außenstellen. Die Einrichtungen vor Ort bieten ein flächendeckendes Netz an vielfältigen Angeboten zur Allgemeinbildung, einschließlich der Bildung für nachhaltige Entwicklung, zur Gesundheitsbildung, in den Sprachen, zum Thema Integration und zur beruflichen Qualifizierung sowie in der Alphabetisierung und Grundbildung. Informationen über die Arbeitsfelder der Volkshochschulen finden Sie auf der Homepage des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg: www.vhs-bw.de  .

Kontakt: Athanasia Tsantou-Kiesow, Pressestelle, Volkshochschulverband Baden-Württemberg, Raiffeisenstraße 14, 70771 Leinfelden-Echterdingen,

 

 

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PRESSEMITTEILUNG des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

vom 31.03.2020

Auch die Weiterbildung braucht den raschen Beistand des Landes:

Die Volkshochschulen sind in größter Not

Die Schließung durch die Corona-Verordnung des Landes verursacht bei den Volkshochschulen im Land wöchentliche Einnahmeverluste in Millionenhöhe. Der Volkshochschulverband Baden-Württemberg fordert deshalb, dass sie sehr schnell ebenso unterstützt werden wie Unternehmen und andere Einrichtungen. Aufgrund der Untersagung ihres Betriebs verbuchen die 168 Volkshochschulen in Baden-Württemberg Corona bedingte Einnahmeverluste von 1,9 Millionen Euro pro Woche. Die fünfwöchige Schließung vom 16. März bis zum 19. April kostet die Volkshochschulen also 9,5 Millionen Euro. Müssten die Einrichtungen in dieser Zeit – was sie derzeit nicht leisten können – auch noch die Honorare für die Kursleiter*innen übernehmen, ergibt sich sogar eine Summe von 4,1 Millionen Euro pro Woche bzw. von 20,5 Millionen Euro bis zum 19. April.

Sollen die Volkshochschulen und damit die Weiterbildung im Land durch diese Verluste nicht irreparabel geschädigt werden, sind sie auf die Unterstützung des Landes angewiesen. „Der aktuelle Rettungsschirm des Landes passt weder für die Volkshochschulen noch für ihre Kursleiter*innen richtig. Deshalb ist gesonderte Unterstützung unabweisbar.“, so der Direktor des Volkshochschulverbades, Dr. Hermann Huba.

Die Kultusministerin hat diese Unterstützung im Rahmen der jüngst beschlossenen Soforthilfe für Städte und Gemeinden zwar zugesagt. „Entscheidend ist aber auch der Zeitfaktor. Der Vollzug des Soforthilfe-Programms muss schnell geregelt werden, sonst zwingen die Einnahmeausfälle die Volkshochschulen in die Knie“, so Huba.

Das beim Wirtschaftsministerium angesiedelte Corona-Landesprogramm hilft den Volkshochschulen nicht, weil es auf Wirtschaftsunternehmen zugeschnitten ist und es hilft den vhs-Kursleitenden nicht, weil es auf Solo-Selbständige mit Geschäftskosten, etwa für die Anmietung von Räumen zugeschnitten ist. „Sind die Volkshochschulen weiterhin gezwungen, ihre hohen Verluste dadurch zu verringern, dass sie ihren Dozent*innen für die ausgefallenen Unterrichtsstunden keine Honorare zahlen, landen ihre wichtigsten freien Mitarbeiter*innen praktisch in Hartz IV. Auch deshalb benötigen wir umgehend die entsprechende Unterstützung des Landes.“, fordert Huba.

Kurzarbeitergeld ist für freie Mitarbeiter*innen überhaupt nicht vorgesehen, hilft aber den Volkshochschulen in vielen Fällen auch nicht für ihre hauptamtlichen Beschäftigten. „Für die Zeit nach der Untersagung unseres Betriebs erwartet die Bevölkerung wieder ein umfassendes, aktuelles Weiterbildungsprogramm. Das muss jetzt geplant werden. Außerdem arbeiten die Volkshochschulen mit Hochdruck daran, ihre Präsenzangebote für eine Bevölkerung, die zu Hause bleiben muss, in digitale Angebote zu transformieren. Aber auch die Digitalisierung der Angebote kostet Geld, ohne Einnahmen zu ermöglichen, die die Einnahmeverluste auch nur annähernd ausgleichen können.“, so Huba.

Zum Volkshochschulverband Baden-Württemberg gehören 168 Volkshochschulen mit über 650 Außenstellen. Die Einrichtungen vor Ort bieten ein flächendeckendes Netz an vielfältigen Angeboten zur Allgemeinbildung, einschließlich der Bildung für nachhaltige Entwicklung, zur Gesundheitsbildung, in den Sprachen, zum Thema Integration und zur beruflichen Qualifizierung sowie in der Alphabetisierung und Grundbildung. Informationen über die Arbeitsfelder der Volkshochschulen finden Sie auf der Homepage des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg: www.vhs-bw.de.

 

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