Kursnummer: 23A058324

Blicke in den Weltraum

6. Marbacher Forum Zeitgeschehen
Veranstaltung der Schiller-vhs und der Stadt Marbach am Neckar

  • Bild: Pixabay und Marbacher Forum
  • Bild: Pixabay CCO
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Nachdem die vorhergehenden Marbacher Foren sich mit ganz irdischen Dingen befasst haben wie Digitalisierung, Mobilität, Chinas Aufstieg und Europas Krisen, verlassen wir in diesem Jahr unseren Planeten und weiten den Blick hinaus ins All.
Die schöpferische Kraft der Physik und ihrer Schwesterwissenschaft, der Mathematik, wird an zwei zentralen Themen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts sichtbar: Die Existenz von schwarzen Löchern wie auch von Gravitationswellen war zunächst aus theoretischen Überlegungen vorhergesagt worden, ehe man Jahrzehnte später mit viel Geduld und höchst aufwendiger Messtechnik eindeutige Beweise dafür finden konnte. Beide Phänomene erlauben uns ungeahnte Einsichten in die Geschichte und die Struktur des Universums. Das klingt schwierig, ist es auch, aber unsere Referenten verstehen es in schönster Weise, diese Welt zu erklären und zu zeigen, welche große Bedeutung sie für den menschlichen Erkenntnisgewinn hat.
Das gilt auch für den dritten Vortragenden des Nachmittags. Er richtet seinen Blick eher in die nahe Zukunft und auf weitreichende Pläne der Eroberung und Nutzung des nahen Weltraums. Der Mond, zu dem wir als Marbacher ja eine besondere Beziehung haben, spielt da als eine Art Bahnhof und Basislager eine zentrale Rolle.

Wir probieren in diesem Jahr ein neues Veranstaltungsformat aus, von zweitägigen Treffen zu einem geballten Freitagnachmittag, um einen erweiterten Kreis von interessierten Hörerinnen und Hörern anzusprechen. Was bleibt, sind die gut einstündigen Vorträge mit der anschließenden Möglichkeit zu Rückfragen und Diskussionen. Zögern Sie nicht, diese Chance wahrzunehmen. Wir versprechen Ihnen, dass Sie die Stadthalle fasziniert und mit einem wunderbar erweiterten Blick auf unsere Welt verlassen werden.

FREITAG, 21. APRIL
12.45 Uhr Begrüßung und Eröffnung durch BÜRGERMEISTER JAN TROST

13.00 Uhr
Schwarze Löcher - Schwerkraftschlünde in der Raumzeit. Die einfachste und gewichtigste Sache der Welt
RÜDIGER VAAS, ASTRONOMIE- UND PHYSIK-REDAKTEUR BEI "BILD DER WISSENSCHAFT" UND AUTOR

Schwarze Löcher sind Regionen in der Raumzeit, in denen die Gravitation so stark ist, dass ihr nichts mehr entrinnen kann, nicht einmal Licht. Die Entdeckung und Erforschung dieser kollabierten Sternruinen wurde 2020 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Der Vortrag erklärt allgemeinverständlich, wie Schwarze Löcher entstehen, was man über ihre rätselhaften Eigenschaften und "Innereien" weiß, warum sie das Verständnis der Naturgesetze gleichermaßen revolutioniert haben wie herausfordern und auf welche Weise sie schließlich im Weltall aufgespürt wurden. Ist unser Universum womöglich selbst ein Schwarzes Loch - oder entstand der Urknall daraus?

14.45 Uhr
Das Vibrieren der Raumzeit - Gravitationswellen und ihre Entdeckung
PROF. DR. HANS-ULRICH KELLER, PROFESSOR FÜR ASTRONOMIE UNIVERSITÄT STUTTGART

Im Jahre 1915 hat Albert Einstein eine neue Theorie der Schwerkraft formuliert, die Allgemeine Relativitätstheorie (ART). Bei sehr großen Massen, starken Beschleunigungen und hochpräzisen Messungen zeigen sich Abweichungen von der klassischen Newtonschen Gravitationstheorie. Die ART entwickelt ein neues Konzept der Gravitation. Massen verändern die Geometrie des Raumes in ihrer näheren und weiteren Umgebung, sie krümmen den Raum. Eine träge Masse läuft nach der ART auf einer gekrümmten Bahn, einer sogenannten geodätischen Linie. Einstein hat damit gezeigt, dass schwere und träge Masse einander äquivalent sind.
Nach der ART senden beschleunigte Massen Gravitationswellen aus, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Ihr Nachweis ist äußerst schwierig. Indirekt konnten deren Effekte bei einander umkreisenden Neutronensternen beobachtet werden.
Hundert Jahre nach ihrer Vorhersage wurden erstmals Schwerkraftwellen direkt gemessen. Am 14. September 2015 registrierten nahezu simultan die beiden amerikanischen Gravitationswellenobservatorien in Livingston (Louisiana) und Hanford (Bundesstaat Washington) ein nur zwei Zehntelsekunden dauerndes Signal. Beide Observatorien sind dreitausend Kilometer voneinander entfernt. In Hanford traf das Signal nur sieben Millisekunden später ein als in Livingston. Nach monatelanger Auswertung und Überprüfung war klar: Erstmals wurde eine Gravitationswelle registriert, die von einem gewaltigen kosmischen Ereignis, der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher, ausgelöst wurde. Am 11. Februar 2016 wurde schließlich die erste direkte Beobachtung einer Gravitationswelle weltweit bekannt gegeben.
Mit dem ersten Aufspüren von Gravitationswellen begann eine neue Ära in der Himmelskunde, die Gravitationswellen-Astronomie. Die Entdeckung der Gravitationswellen hundert Jahre nach der Einführung der ART ist der letzte bislang noch ausstehende Beweis für deren Richtigkeit. Einstein konnte den erneuten Triumph seiner Allgemeinen Relativitätstheorie leider nicht mehr erleben.

16.30 Uhr
Mit Tobias Mayer zurück zum Mond
ULRICH KÖHLER, DEUTSCHES LUFT- UND RAUMFAHRTZENTRUM (DLR), INSTITUT FÜR PLANETENFORSCHUNG BERLIN-ADLERSHOF

Bald wird der Mensch zum Mond zurückkehren, gut 50 Jahre nach den ersten sechs Mondlandungen mit Astronauten. Das Programm ist ehrgeizig, die Gründe dafür sind vielfältig. Die Wissenschaft hat viele neue Fragen, die sich durch die Auswertung der Mondgesteinsproben und durch Messungen jüngerer robotischer Mondsonden ergeben haben. Der Mond mit seiner Milliarden Jahre alten Oberfläche eröffnet auf der Erde nicht mögliche Einblicke in die Frühzeit des Sonnensystems und damit in die frühe Entwicklung der erdähnlichen Planeten. Aus der Perspektive der Raumfahrt ist der Mond interessant als mögliches "Sprungbrett" zum Mars. Sogar Raketentreibstoff könnte auf dem Mond vor Ort gewonnen werden.
Tobias Mayer, vor 300 Jahren in Marbach am Neckar geboren, entwickelte im 18. Jahrhundert wichtige kartografische und tabellarische Grundlagen für die Mondforschung, und das in damals unerreichter Präzision. So betrachtet hat auch dieser so vielfältig begabte und damals in ganz Europa geschätzte Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag für die heutigen Möglichkeit der Mondforschung und schließlich die Mondraumfahrt geleistet.

Verantwortlich für die Planung und Durchführung des Forums sind:
Horst Engelmann, Prof. Dr.-Ing. Hans Martin Gündner, Dr. phil. Gisela Hack-Molitor, Prof. Dr. Armin Hüttermann, Jürgen Sack, Charlotte Baumann, Constanze Weis.

kurstermine

  • Fr, 21.04.2023, 12:45 - 18:00 Uhr, Marbach am Neckar, Stadthalle

kursort

Marbach am Neckar, Stadthalle
Schillerhöhe 12
71672 Marbach am Neckar

Parkmöglichkeiten:für Gehbehinderte: barrierefrei örtliche Gastronomie: Turnerheim und Restaurant Schillerhöhe zu Fuß erreichbar


Weitere Informationen:

Parkplatz Weimarstraße

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Beginn 21.04.2023, 12:45 - 18:00 Uhr

Kursnummer23A058324
Dozentin/DozentRüdiger Vaas
Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller
Ulrich Köhler
Zeitraum/Dauer1x, 21.04.2023
OrtStadthalle, Schillerhöhe 12
Gebühr35,00 €
Erm. Gebühr25,00 €
StatusDer Kurs ist noch frei
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