Kursnummer: 18B108106

Die herausgeforderte Demokratie

12. AkademieTage in Bietigheim-Bissingen

Eine Veranstaltung der Stadt Bietigheim-Bissingen, des Dachverbandes für Seniorenarbeit Bietigheim-Bissingen und der Schiller-Volkshochschule Kreis Ludwigsburg, in Zusammenarbeit mit der Bietigheimer Zeitung.

Als die Mauer in Deutschland fiel, die Sowjetunion sich auflöste, als nach der wirtschaftlichen Liberalisierung in China auch die politische erwartet wurde, da schien sich das Modell der westlichen Demokratie weltweit auszubreiten.
Heute stellen Globalisierung, technologische Veränderungen und grundlegender gesellschaftlicher Wandel die Demokratien vor neuartige Herausforderungen. Die Bevölkerung wendet sich vielfach von ihren politischen Repräsentanten ab. Populistische und nationalistische Parteien werden unterstützt, autoritäre Abwandlungen der demokratischen Strukturen in Kauf genommen.
Wie kann eine robuste und wehrhafte Demokratie auf diese Entwicklungen reagieren? Wie kann demokratische Teilhabe in einer zunehmend komplexen, intransparenten und globalisierten Welt sichergestellt werden?

Namhafte Referenten nehmen, von verschiedenen Positionen aus, zu diesen Fragen Stellung. Ab Mitte September erhalten Sie eine Broschüre mit detaillierten Informationen, die Sie unter Telefon 07141 144-2666 oder bei der Stadtinfo in Bietigheim-Bissingen anfordern können. Alle Informationen auch unter www.schiller-vhs.de.

In den Mittagszeit besteht für Teilnehmende die Gelegenheit des Austausches mit den Dozenten und den Mitgliedern des Organisationsteam.

Mittwoch, 14. November

9.00 Uhr Begrüßung durch OB Jürgen Kessing

9.15 Uhr

Demokratie ist nicht gleich Demokratie - Strukturunterschiede und Herausforderungen
Prof. Dr. Hans Vorländer
Zentrum für Verfassung- und Demokratieforschung, TU Dresden


Demokratie ist nicht Demokratie - das war in der Geschichte so, und das ist in der Gegenwart ebenso. Die unmittelbare Volksherrschaft in der griechischen Antike hat wenig gemeinsam mit den Demokratien, wie sie sich in der Moderne herausgebildet haben. Und doch ist ihnen eines gemeinsam: die Legitimation durch die Bürger. Ohne ihre Zustimmung und ohne ihre Akzeptanz kann Demokratie nicht funktionieren. Heute gibt es erneut Zweifel: Wutbürger entziehen Politikern und Politikerinnen das Vertrauen, zugleich verändern sich Demokratien unter dem Wandel von Globalisierung und Digitalisierung. Was ist aus der Geschichte zu lernen, und welche Strukturen brauchen wir, damit auch morgen die Demokratie noch lebendig ist?

11.15 Uhr
Wachsender Populismus und Nationalismus in Europa - Gefahr für unsere Demokratie?
Prof. Dr. Frank Decker
Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Uni. Bonn

Als vor etwa dreißig Jahren ein neuartiger Parteientypus in Westeuropa die politische Bühne betrat, den man mit dem Attribut "rechtspopulistisch" belegte, war man geneigt, ihn als ein kurzfristiges Protestphänomen abzutun. Inzwischen finden sich diese Parteien in fast allen europäischen Ländern, auch in Deutschland. In dem Vortrag soll nach einer einleitenden Begriffsbestimmung gezeigt werden, welche Entstehungsursachen dem neuen Populismus zugrunde liegen, was für ideologische und programmatische Inhalte er verficht, wie er organisatorisch auftritt und die Wähler adressiert, und welche Auswirkungen er auf Parteiensysteme, Regierungspolitiken und die Demokratie hat. Am Ende folgen einige Hinweise, wie die Herausforderer, mit deren baldigem Verschwinden nicht zu rechnen ist, politisch eingehegt werden können.

14.15 Uhr
Die Gesellschaftsordnung Chinas - eine Herausforderung für die westlichen Demokratien?
Prof. Dr. Thomas Heberer, Seniorprofessor für Politik und Gesellschaft Chinas, Uni. Duisburg-Essen

Widersprüchliche Nachrichten erreichen uns im Hinblick auf Chinas Entwicklung: Einerseits rasche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und Deutschlands größter Handelspartner, andererseits stärkere Kontrolle der Gesellschaft und entschiedeneres außenpolitisches Auftreten. Um das Verhalten des chinesischen Staates besser verstehen und einordnen zu können, bedient sich Thomas Heberer des Konzeptes des "Entwicklungsstaates". Die Entwicklungsziele Chinas, die Strategien zur Erreichung dieser Ziele und die damit verbundenen Probleme und Chancen werden analysiert und verdeutlicht. Am Ende steht die Frage, ob Chinas Entwicklung ein "Modell" darstellt und welche Herausforderungen für westliche Demokratien sich aus der Entwicklung dieses Landes ergeben.

Donnerstag, 15. November
8.30 Uhr Kaffe und Getränke

9.00 Uhr
Achtung Programmänderung
Frau Prof. Dr. Ulrike Guérot musste aus beruflichen Gründen ihren angekündigten Vortrag „Warum Europa eine Republik werden muss!“ absagen. Das Organisationsteam konnte kurzfristig Prof. Dr. André Bächtiger, Universität Stuttgart, als Ersatzdozent gewinnen. Prof. Dr. Bächtiger ist Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie und Empirische Demokratieforschung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart. Sein Vortrag

Mehr direkte Demokratie wagen?
beschäftigt sich in einem ersten Schritt mit der (optimalen) Ausgestaltung der direkten Demokratie (Schweiz vs. "Kalifornien"), fokussiert danach auf Wirkungen der direkten Demokratie - auf "policies", das "Glück" und das repräsentative System - und diskutiert in einem dritten Schritt einige Herausforderungen direktdemokratischer Verfahren, nämlich die Frage der Überforderung der BürgerInnen und soziale Selektivität, Tyrannei der Mehrheit sowie Populismus und die (deliberative) Qualität direktdemokratischer Abstimmungskampagnen. Zum Schluß wird nach dem exakten "Mehrwert" von direkter Demokratie für Demokratien gefragt, wobei insbesondere auf Visionen "hybrider Demokratie" eingegangen wird, welche representative, dialogische und direktdemokratische Elemente miteinander verknüpfen.


11.00 Uhr
Herausforderungen der Demokratie in Zeiten der Konfusion
Prof. Dr. Helmut Willke Uni. Friedrichshafen

Die Globalisierung verändert Rolle und Reichweite nationalstaatlicher politischer Steuerungsmöglichkeiten und etabliert globale Kontexte, welche mit den demokratischen Entscheidungsprozessen der Nationalstaaten konkurrieren. Sie erschüttert die Grundlagen des demokratischen Steuerungsmodells moderner Politik. Wenn die Parlamente und Regierungen der Nationalstaaten abhängig werden von den Entscheidungen globaler Institutionen, dann werden sie von hochentwickelter Expertise abhängig, die nicht in den Ministerien verfügbar ist, sondern in Forschungseinrichtungen, Think Tanks, und globalen Netzwerken. Dadurch wird das Grundprinzip von Demokratie problematisch - nämlich dass alle über alles entscheiden dürfen.

14.15 Uhr
Wertstufendemokratie - eine Revolution der Demokratie
Prof. Dr. Johannes Heinrichs Philosoph und Buchautor, Duisburg

Der Referent sieht die Demokratie in großer Gefahr, angesichts des Mangels an durchgreifenden und realistischen Reformvorschlägen sowie angesichts populistischer und autoritärer Strömungen inmitten des herrschenden Neoliberalismus. Dabei stellt sie eine spannende geistige, weltweit noch lange nicht bewältigte Aufgabe dar. Heinrichs wird sich nicht länger beim Klagen und Kritisieren aufhalten, sondern unterbreitet einen einmaligen, friedlich-revolutionären, konstruktiven und letztlich einfachen Vorschlag auf philosophisch-systemtheoretische Grundlagen.

16.00 Uhr Schlusswort und Ausblick

kurstermine

  • Mi, 14.11.2018, 08:30 - 16:30 Uhr, Bietigheim-Bissingen, Kronenzentrum, Großer Saal

kursort

Bietigheim-Bissingen, Kronenzentrum
Kronenplatz 5
74321 Bietigheim-Bissingen

Parkmöglichkeiten:Parkplatz am Kaufland


Weitere Informationen:

für Gehbehinderte: Barrierefreiheit örtliche Gastronomie: zu Fuß erreichbar Aufzug auch von der Tiefgarage nach oben zu den Vortragssälen.

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Beginn 14.11.2018, 08:30 - 16:30 Uhr

Kursnummer18B108106
Dozentin/DozentProf. Dr. Hans Vorländer
Prof. Dr. Frank Decker
Prof. Dr. Thomas Heberer
Prof. Dr. Helmut Willke
Prof. Dr. Johannes Heinrichs
Prof. Dr. Andre Bächtiger
Zeitraum/Dauer2x, 14.11.2018 - 15.11.2018
OrtKronenzentrum, Kronenplatz 5, Großer Saal
Gebühr50,00 €
Erm. Gebühr40,00 €
GebührendetailsLaden Sie für weitere Detailinformationen einfach die ausführliche Broschüre und die Übersicht herunter.
StatusDer Kurs ist fast belegt
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